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Ausflugstipps

Jubiläumsfeier im Alstertal-Einkaufszentrum



40 Jahre AEZ vom 13. bis 26. September 2010 gebührend gefeiert: 40 mal großer Jubel! Im Mittelpunkt der Jubiläumsaktion steht ein großes Gewinnspiel. 

 

01/08 2010

Deftiges, Kräftiges, Edles – und eine Menge Witze

»Ein Gast beobachtet in einer Gaststätte, wie ein junger Mann sich ziemlich schnell mit Bier und Schnaps zuschüttet. Er geht zu ihm hin und sagt: ‚Junger Mann, wissen Sie denn nicht, dass täglich etliche Deutsche an Alkoholmissbrauch sterben?’ Der junge Mann überlegt einen Moment und entgegnet dann: ‚Was geht mich das an? Ich bin Schwede...’«
Dieser Witz – und andere – stehen in der »Friesen-Zeitung«. Das 8-Seiten-Blatt ist gleichzeitig die Speisekarte des über 30 Jahre alten Restaurants »Friesenkeller« am Jungfernstieg.
Hier finden Sie ein riesiges Angebot: Eisbein auf Sauerkraut (14,20 Euro), Sauerfleisch im Weckglas (12,90 Euro), Rinderroulade (14,20 Euro) oder Labskaus mit Nachschlag, so viel Sie möchten (13,90 Euro). Aber auch Wiener Schnitzel vom Kalb (18,60 Euro), Deichlammrücken an Madeirasoße (17,90 Euro) oder Forelle blau (15,40 Euro) werden serviert.
Mittags – von 11.30 bis 15 Uhr – wird auf einer Sonderkarte von Montag bis Freitag ein Stammgericht angeboten: Hähnchenbrustfilet, Kasslerbraten, Spaghetti, Lachsfilet, Königsberger Klopse oder Eintopf wie Pichelsteiner Kartoffelsuppe. Der Preis pro Gericht: 6,90 Euro. Der Piratenteller für die kleinen Gäste (bis 12 Jahre) mit einem Eis kostet 6,10 Euro.
Die 68 Außenplätze auf einem Ponton mit Blick aufs Hamburger Rathaus sind ebenso wie die 160 Plätze im Inneren des Restaurant immer gut besetzt. Ein
wahrer hanseatischer Genuss.
Und zum Schluss noch ein Witz aus der »Friesenzeitung«: »Fragt ein Mann seinen Freund: ‚Was hast du eigentlich gemacht, bevor du verheiratet warst?’ ‚...was ich wollte...!’                                                                     
-Horst Dammasch-

Friesenkeller
Jungfernstieg 7
20354 Hamburg
Tel.: 040 – 34 47 61
geöffnet täglich von 11.30 Uhr bis Mitternacht, auch an Sonn- und Feiertagen; www.friesenkeller.de

01/07 2010

Witthüs


Ein Kleinod der Gastronomie in Blankenese

Mit der Vita dieses vor mehr als 200 Jahren als Bauernhaus erbauten »weißen Hauses« ließen sich alleine schon viele Seiten füllen. Direkt am Blankeneser Hirschpark gelegen, bietet es weit mehr als nur einen Spaziergang-Anlaufspunkt für die entspannte Tasse Tee am Nachmittag.
Unseren für den Abend reservierten Tisch fanden wir reichlich mit Efeu und Rosenblättern geschmückt in einem ruhigen Teil des hell eingerichteten Gastraumes vor. Für uns eine schöne Alternative zu den sonst vielerorts üblichen Pappschildern.
Bei einem erfrischenden Fruchtcocktail und Prosecco mit Rhabarber entschieden wir uns für die aktuellen Viergang-Menüs (je 33 Euro). Das »Klassik«-Menü bestand aus einem sommerlichen Römersalat mit Pouladenbruststreifen und Balsamico-Erdbeeren, einer Mittelmeerfischsuppe, Filet vom Jungschwein in einer Gewürz-Honigkruste auf einer unglaublich guten Rotweinsauce und einem Chili-Schokoladen-Parfait mit Karamel-Bananenspiegel.
Das »Vital«-Menü punktete durch einen Salat mit Himbeer-Honigdressing und Nüssen, einer überraschend guten Parmesanschaumsuppe mit Chorizo, dem schottischen Wildlachs im Filoteig auf Meerrettichschaum. Der Nachtisch dieses Menüs sorgte sogar fast für einen Streit, da beide Testesser großen Gefallen am Mille-feuille von Mangomousse und vor allem dem dazugehörigen Basilikum-Limonensorbet fanden. Der durch das stets aufmerksame, jedoch nie aufdringliche Servicepersonal empfohlene Grauburgunder, korrespondierte gut mit beiden Menüs.
Sehr praktisch fanden wir die dezent platzierte Vitrine mit allerlei Spezialitäten zum Mitnehmen. So konnten wir unserem Babysitter daheim noch eine hausgemachte Waldbeerenmarmelade mitbringen. Kleine Geschenke erhalten eben die Freundschaft.

Fazit: Auch wenn sich eine schlechte Restaurantkritik vielleicht interessanter liest, konnten wir beim besten Willen keine Schwachstellen finden. Das bereits erwähnte freundliche Serviceteam war stets präsent und brachte sämtliche Gänge auf den Punkt zubereitet und perfekt temperiert an den Tisch. Ein gemütliches Restaurant für einen gelungenen Abend. -Horst Dammasch-

geöffnet täglich 14 - 23 Uhr, sonn- und feiertags 10 - 23 Uhr,
Restaurant Di – So 19 – 23 Uhr


Witthüs
Elbchaussee 499
22587 Hamburg
Tel.: 040 - 86 01 73
www.witthues.com


Alt Helgoländer Fischerstube

Eine Frau brachte den Erfolg

1703 erhielten die Elbfischer von der Stadt Altona die Erlaubnis, »hinkünftig sonntagmorgens […] Fische am Landungsplatz […] zu verkaufen.« An dieser Stelle gibt es nun seit über 300 Jahren den berühmten Hamburger Fischmarkt. Und seit über 20 Jahren ist hier die »Alt Helgoländer Fischerstube« zu finden. Die Gastronomin Brigitte Estner hat das Haus erfolgreich gemacht. »Familiäre Bande nach Helgoland sorgten für den Restaurant-Namen«, erklärt die Inhaberin den Verweis auf die Nordsee-Insel. Das Lokal (120 Plätze, 100 auf der Terrasse) zählt heute zu den beliebtesten Ess-Tempeln Hamburgs.
Neben Aal, Schollenfilet, Seeteufelmedaillon und Zanderfilet werden natürlich auch Fleischgerichte serviert. Von Montag bis Freitag (12 – 15 Uhr) wird ein Mittags–Spezial (zwei Gerichte) angeboten. Unter 10  Euro. Die Karte wechselt wöchentlich. Eine Auswahl: Rotbarbenfilet gebraten auf Bärlauch-Bandnudeln (8,90 Euro), Salat der Saison mit gebratenem Scampispieß (9,50 Euro), Salatteller mit gebratener Geflügelleber und Apfelspalten (7,90 Euro), Zürcher Geschnetzeltes von der Pute mit Rösti (9,80 Euro), Kleines Schweinesteak an Rosenkohl mit Salzkartoffeln (9,50 Euro).
Die erstklassige Küche sowie die freundliche und flotte Crew sorgen dafür, dass die Gäste, darunter viel Stammpublikum, immer  zufrieden sind.
(Horst Dammasch)

Küche geöffnet Mo – So 12 - 22 Uhr


Alt Helgoländer Fischerstube
Fischmarkt 4 a - c
22767 Hamburg
040 – 319 46 96
www.althelgolaenderfischerstube.de

03/05 2010

Alt Hamburger Aalspeicher

Die Familie Eismann betreibt seit mehr als 30 Jahren in der Deichstraße altdeutsche Gastronomie. Frau Eismann kocht noch persönlich, natürlich nach überlieferten Familienrezepten.
Der Name »Aalspeicher« ist hier Programm. In dem historischen Gebäude aus dem 16. Jahrhundert am Nikolaifleet mit dem gemütlichen Wintergarten wird Bad Zwischenahner Räucheraal traditionell mit Rührei, aber auch gebraten, gegrillt oder »grün« serviert. Zur besseren Bekömmlichkeit reicht man anschließend einen Schlehengeist im Zinnlöffel. Diverse andere Fischspezialitäten, von Lachs über Hering bis hin zu Scholle oder Seezunge, werden auf verschiedenste Art zubereitet. Frischer, typisch Hamburgischer Labskaus und Büsumer Krabben finden sich neben saisonalen Ergänzungen, einige Steakgerichte vom Kalb und Rind stehen ebenfalls auf der umfangreichen Speisekarte. Diese wurde  übrigens sogar ins Russische und in Blindenschrift übersetzt.
Die Räume des in der früher üblichen schmalen Bauweise errichteten Hauses, verteilen sich auf mehrere Etagen. Die »Aalstube« im zweiten Stock eignet sich auch für Feierlichkeiten bis ca. 30 Personen.
Oberkellner Marcus Boese kümmert sich seit vielen Jahren um Stammgäste und Touristen, freundlich, immer präsent und stets um gute Beratung bemüht. Die Portionen der traditionellen Kreationen sind angemessen. Für Vorspeisen zahlt der Gast zwischen 5,50 und 8 Euro, für Hauptgänge stehen 13 bis 25 Euro auf der Rechnung. Eine Übersicht der Karte bekommt man vorab im Internet. Hier ist auch eine Online-Reservierung möglich.

täglich durchgehend geöffnet 12 - 23 Uhr

Alt Hamburger Aalspeicher
Deichstraße 43
20459 Hamburg
Tel.: 040 - 36 29 90
www.aalspeicher.de

Die Fischküche

Hier kann der Gast in die Töpfe gucken

Sie hat einst geputzt, gekocht und bedient – in ihren drei Lokalen an der Ostsee. Sie serviert und räumt immer noch ab, wenn Not am Mann ist. Und das ist in dem gut besuchten Restaurant oft der Fall. Karin Brahm, attraktive Chefin der »Fischküche« (gegenüber der Speicherstadt), empfängt ihre Gäste wie gute Freunde zu Hause.
Kein Wunder! Sind doch viele von ihnen Stammgäste: Reeder, Manager, Banker oder Showgrößen wie Otto, Mario Adorf, Udo Jürgens, Hardy Krüger, Wolfgang Stumph, das Ehepaar Nadja und Walter Giller.
»Geht nicht, gibt es nicht«, sagt die charmante Gastronomin. So kommen nicht nur Austern, Shrimps, Hummer, Steinbutt, Seezunge, Rind oder Kalbsschnitzel (4 Gänge-Menü 45,90 Euro, auch kleine Portionen) auf den Tisch. Geschmackvolle Hauptgerichte unter 10 Euro werden ebenfalls angeboten. 9,90 Euro kosten drei Spiegeleier mit Bratkartoffeln, Senfeier auf Kartoffelpüree, Putenroulade auf weißen Bohnen und Kartoffeln oder Seeteufel, Kartoffel- und Gurkensalat.
Die erstklassige Küche ist offen: Die Gäste sehen, wie von vier Köchen die Speisen zubereitet werden. Schauen sozusagen in die Töpfe.
Der Service durch junge Damen ist perfekt – freundlich und umsichtig.
Champagner und rund 30 hervorragende Weine bietet die »Fischküche« an.
Ein Haus (60 Plätze, 50 auf der Terrasse) mit hohen Ansprüchen und preiswerten Angeboten. Man fühlt sich hier wohl – in gemütlicher Atmosphäre. -Horst Dammasch-

Öffnungszeiten: Mo – Fr 12 - 23 Uhr, Sa 16 - 23 Uhr, sonn- und feiertags geschlossen

»Die Fischküche«
Katjen 12, 20459 Hamburg
Tel.: 040 – 36 56 31
www.die-fischkueche.de


01/02 2010

Restaurant Tai Tan


Das Tai Tan am Kaiserkai liegt im Herzen der neu entstehenden Hafencity. Die drei Fensterfronten garantieren von jedem Tisch eine tolle Aussicht: zur einen Seite die Historische Speicherstadt und zur anderen Seite der  »architektonische Würfelhusten« der Hafencity (Architekt Hadi Teherani). Im Gastraum wird dieser Gegensatz sehr schön aufgenommen, man findet typisch verspielte Dekoration in modernem Ambiente.
Der sehr charmante Service bringt uns ausnahmslos leckere und gut aufeinander abgestimmte Speisen. Wir schließen uns der Empfehlung in der Einleitung der Speisekarte an und bestellen bunt durcheinander, um die Gegensätze der Thaiküche als kleine Geschmacksexplosion zu erleben.  Satay Gai zu 6,50 Euro sind lecker in Kokoscurry gewürzte und gegrillte Hühnerfleischspießchen. Tom Yam Gung für 7,50 Euro ist eine »leicht« scharfe Garnelensuppe mit Champignons und Thaikräutern. Die knusprige Entenbrust auf herrlich knackigem Gemüse Ped Grob Pak Raum für 16,50 Euro und Pad Krabraw Gai ein zu Recht als scharf bezeichnetes Hühnerfleisch mit Knoblauch, Chili und Thai Basilikum zu 14 Euro. Dazu einen leichten Weißwein aus der kleinen, schön zusammengestellten Weinkarte und wir verstehen langsam, was in der Einleitung gemeint war.
Dieser Besuch hat Lust auf mehr gemacht und neugierig auf weitere Geschmacksexplosionen die sich aus der vielfältigen Speisenauswahl bestimmt zusammenstellen lassen.

geöffnet Mo - Fr 12 - 15 Uhr und 18 - 24 Uhr, Sa + So 17 - 24 Uhr,
Küche bis 23 Uhr; Kartenzahlung: EC / AMEX / VISA / MASTER
 
Restaurant Tai Tan
Am Kaiserkai 56, 20457 Hamburg
fon 040 - 419 19 355
www.taitan-restaurant.de


01/11 2009

Restaurant Sala Thai


In der spannenden Hafencity, am Kaiserkai, liegt das Thailändische Restaurant »Sala Thai«. Gleich beim Betreten strahlt es, in dunklem Holz gehalten und einem thailändischen Pavillon nachempfunden, eine angenehme Atmosphäre aus. Die Speisekarte ist umfangreich, von Vorspeisen bis hin zu Fleisch- und Fischgerichten, die Getränkekarte bietet neben Softdrinks, Wein und Cocktails auch thailändisches Singha Lager Bier.
Wir entscheiden uns für Hors d’Oeuvre »Sala Thai« (verschiedene gebackene Vorspeisen) und Garnelen-Saté als Entrée. Zu den Garnelenspießen gibt es eine schmackhafte Erdnuss-Sauce und ein kleines Rechaud, über dem man die Spieße noch ein wenig grillen kann. Die Vorspeisenvariationen (unter anderem eine kleine Frühlingsrolle und Garnele in knusprigem Mehlteig) harmonieren perfekt mit der süß-sauren Soße - ein wunderbarer Start.
Als Hauptgerichte, von einem besonders aufmerksamen und freundlichen Service gereicht, bekommen wir »Rotes Kokosmilch-Rindfleischcurry« und »Süß-Saure Ente mit Gemüse«. Auch hier sind wieder alle Zutaten perfekt auf einander abgestimmt. Die Ente ist schön zart, das Rindfleischcurry angenehm scharf.
Obwohl wir eigentlich schon sehr satt sind, können wir abschließend dem »Gebackenen Eis« und den »Exotischen Früchten aus Thailand« nicht widerstehen. Das Vanilleeis ist in einen Teigmantel gehüllt und wird mit einer Fruchtsoße serviert. Es macht Spaß, das warme und kalte Dessert zu vernaschen. Die exotischen Früchte sind Ananas, Mango, Papaya und Melone. Frisch und knackig.
Zum Ausklang dieses leckeren und entspannten Abends fehlt jetzt nur noch eins: ein kleiner Spaziergang durch die Hafencity.

Fazit: Wer gut und möglichst originalgetreu thailändisch essen, freundlichen Service genießen und ein besonderes Ambiente haben möchte, ist hier genau richtig.

Sala Thai, Am Kaiserkai 1 (Großer Grasbrook), Hafencity, 20457 Hamburg,
Tel.: 040 - 32 39 09, geöffnet täglich 12 - 24 Uhr; www.salathai.de




01/10 2009

Mourvèdre - eine verführerische Traube für Ihren Herbst

Ein weiterer Paukenschlag der Familie Beaumont aus dem malerischen Bot River Valley (bei dem Whale Watching Areal Hermanus an der zentralen Garden Route Südafrikas gelegen) ist der von Hand gelesene Mourvèdre 2006.
Zahlreiche, weltweite Auszeichnungen sind dem Weingut kürzlich erst beschert worden, doch Sebastian Beaumont gibt diese nicht in Form hoher Preise an seine Kunden weiter.
Mourvèdre, in Spanien Monastrell genannt, in Australien oft als Mataro bekannt, ist eine durchaus schwer zu kultivierende Rebsorte, da sie anfällig z.B. für Mehltau ist. Kleine, dickschalige Beeren erzeugen einen oft hochalkoholischen Wein – schwierig ist es, Oxidation zu verhindern und bei der gesamten Weinbereitung bedarf es geschulten Fingerspitzengefühls.
Sebastian Beaumonts Exemplar nun frisch geöffnet, zeigt  bei 14,5% Vol. Kirchenfenster im Glas. Brombeere spiegelt sich in Farbe und Bukett wieder, ebenso Fliederbeere, Kräuter und leichte Lacknoten.
Frisch probiert in einem sehr zu empfehlenden, atmungsaktiven Glas von Eisch, kommen Veilchen, Amarena, gut eingebundenes Holz und starke animalische Noten zum Vorschein.
Tiefe, Eleganz, Komplexität entwickeln sich zu einer gefährlichen »Droge« – Grillgut (eventuell ganz modern bei 800 Grad Celsius…), gut abgehangenes Wild und Trüffel könnten beste Begleiter sein.
Warum fällt mir bei solchen Weinen immer das Bärenfell ein? Ach ja, es gibt mittlerweile die Bewegung weg von der Single-Hauptstadt - der Trend im kalten Herbst ist Zweisamkeit!

Das gesamte hervorragende Sortiment der Beaumont Familie beziehen Sie über:

Markus van Riesen, Annenstraße 5, 20359 Hamburg, Tel: 040 – 31 77 13 502
www.beauwine.com

Hier erfahren Sie auch, wann Sie Sebastian Beaumont einmal live in Hamburg sehen können … es lohnt sich. Haben Sie jeden Tag ein bisserl Freude mit einem guten Wein zu zweit wünscht Ihnen



Live Cooking im Copper House

Das weitläufige Restaurant ist gut besucht. Überdimensionale pastellfarbene Lampen an den hohen Decken geben freundliche, farbliche Akzente zu dem in dunklem Holz und weißem Kunstleder gehaltenen Mobiliar. Jeden hübsch mit Stoffservietten gedeckten Tisch ziert eine Miniorchidee. Junge Familien, Paare und eine Gruppe Versicherungsvertreter schnattern munter durcheinander.

Das ausschließlich asiatische Personal erklärt freundlich das Konzept »Live Cooking«. Man bedient sich selbst am umfangreichen Buffet, das neben Sushi, verschiedenen Suppen und Frühlingsrollen auch fünf bis sechs warme Gerichte bereithält. Alles sieht sehr appetitlich aus und wird ständig nachgefüllt. Der Clou ist jedoch die Teppanyaki Station. Rohe Zutaten wie Fisch, Fleisch und verschiedene Gemüse werden zusammen mit Gewürzen und Saucen nach Wahl frisch vom Koch zubereitet.

Natürlich kann man auch À la Carte essen, doch die Buffet Variante für 19,50 Euro lohnt sich fast immer. Einziger Wermutstropfen: Man muss sich selbst bedienen.

Für das 'geistige' Wohl sorgt eine Karte mit 9 offenen und 30 Flaschen-Weinen, und auch die Cocktailkarte hält was sie verspricht. Zudem werden die Drinks gekonnt vom Barkeeper persönlich serviert. Zeitweilig fühlten wir uns vom Personal ein wenig vernachlässigt, sonst hätten wir sicher noch einen Drink mehr bestellt. Auch bedauerlich: Die offene Küche erfüllt einen großen Teil des Raums mit Essensgerüchen.

Auf meinen Hinweis, dass ich in der Karte Sushi vermisst habe, antwortete man mir freundlich, dass ich es selbstverständlich trotzdem bestellen kann. Das heben wir uns für den nächsten Besuch auf, denn wir sind mehr als satt!

 

-Dezember 2008-

 

Für den HAMBURG FÜHRER testen Mitglieder des

'Goldenen Schlüssel Hamburg e.V.' incognito. Diesmal: Kathrin Beulshausen

 

 

Zweigelt vom Tischler In Valore Virtus - Im Wert liegt die Tugend

Seit 25 Jahren gibt es in Winterhude die Tischlerei Tengg, die sich auf die Restaurierung von Möbeln und Kücheneinrichtungen versteht. Fünf Tage Arbeit in der Woche reichen Herrn Tengg aber nicht und so ein wunderbarer Hinterhof (Ohlsdorfer Straße 34, 22299 Hamburg, 040 - 480 25 73) lässt sich doch in eine tolle Weinlaube verwandeln. Flugs noch einen ehemaligen Arbeitsraum mit nicht verkauften Antiquitäten schmücken, einen Hobbykellertresen aufstellen und fertig ist Tenggs Jugendtraum eines Individual- Restaurants.

Herr Tengg, nicht nur Tischler sondern auch schwerstbegabter Hobbykoch, serviert von Donnerstag bis Sonntag von 15 bis 23 Uhr Schnitzel, Kaiserschmarrn & Co, und lockt damit nicht nur Nachbarn sondern auch Graf und Gräfin Pilazius an - ist's doch so gemütlich bei ihm.

7 Tage Arbeit in der Woche, da muss Herr Tengg sich und seinen Gästen auch vinophile Genüsse offerieren. Passend zum Klientel sind sie gräflich: Schloss Munzingen vom Grafen von Kageneck seit 1672 in Breisgau, Baden. Am meisten hat’s mir der Zweigelt angetan, der auch außer Haus für sehr menschenfreundliche 6 Euro zu erstehen ist. Österreichs berühmteste Rebe, dem Kloster Neuburg entstammend, eine Kreuzung aus Blaufränkisch und St. Laurent, hat nun in Baden am Ettenheimer Kaiserberg, ganz in der Nähe der Traube Tonbach, einen neuen Boden gefunden. Sensationell, was ich mit Herrn Tengg für diesen Preis verkostet habe. Der Jahrgang 2006 präsentiert sich brombeerrot im Glas, ist im Bukett und Geschmack substanzreich, fruchtig, besonders nach Weichselkirsche, hat weiche Tannine und im Abgang leichte Vanillenoten - schlicht LECKER!!!

Herrn Tengg sollten Sie auf alle Fälle eine Aufwartung machen, da er symphatisch wie Käpt'n Blaubär ist, freundliche Weinpreise für exzellente Produkte und wunderschöne antike Möbel bietet, oder Ihre in diese verzaubert. Reservierungen dringend empfohlen...

In Valore Virtus

 

-Oktober 2008-



Bordeaux für alle - Erlebnisbericht einer Weinprobe

Wein ist »in«, dies spüren Mitarbeiter in der Gastronomie unter anderem an der großen Kundigkeit der Gäste, ihrer Wissensgier und natürlich am Konsum. Leider ist trotzdem nicht darüber hinweg zu täuschen, dass der Durchschnittspreis einer in Deutschland gekauften Weinflasche immer noch zwischen 1,50 Euro und 2,50 Euro liegt.

Daher werden immer mehr professionelle Proben von verschiedenen Weinorganisationen veranstaltet, um die Allgemeinheit von mehr Qualität und würdevollen Preisen zu überzeugen. So auch jene im weißen Schloss an der Alster, die 100-Bordeaux-für-alle-Probe.

Das CIVB, das Conseil Interprofessionnel du Vin de Bordeaux, in Bordeaux gleichzeitig so etwas wie eine Touristen-Information, hatte gerufen, um zu zeigen wie vielfältig ihre Region bezüglich Kultur, Landschaft und Wein ist. Massive Anzeigenschaltung in der Tages- und Fachpresse bescherten einen Ansturm von Weinenthusiasten jeglicher Couleur - Presse, Weinprofis, Weinliebhabern - aber auch von einigen, welche gern möglichst viel und kostenfrei von der besseren Qualität probieren wollten.

Nun stehen in einem Raum sauber aufgereiht 100 verschiedene Tropfen weiß, rosé und rot, im Hintergrund läuft eine DVD mit Bildern des wunderschönen Bordeaux, ein paar Spucknäpfe sind vorbereitet, und los geht's. Aber wo soll denn nun angefangen werden? Flugs eilt einer der vier(!) anwesenden Winzer herbei und zieht mich zu seinen beiden Beiträgen der Probe, zugegeben guter Stoff (Château Grimont 2004), doch gefragt, ob er mir ein paar Tipps geben kann, ist er ganz stolzer Franzose - und schweigt. So bin ich auf mich selbst gestellt und probiere mich durch. Erstaunt bin ich, dass von 27 probierten Weinen 11 korkig waren. Dies geäußert: Es gab zum Teil keine Ersatzflaschen! Insgesamt eine handvoll kundiger Berater des Conseils konnte die Masse von Fragen der vielen Verkoster nicht beantworten - zwei Servicemitarbeiter waren nicht in der Lage, ausreichend saubere Gläser zur Verfügung zu stellen und ein voller, gemeinschaftlicher Spucknapf verdirbt auch den letzten Hauch von Appetit auf das leicht angetrocknete Brot.

In Anbetracht dessen, dass sich die Region Bordeaux als Genuss-Mekka vorstellen wollte, etwas unglücklich - trotzdem habe ich hervorragende Gewächse probiert, welche sich zum großen Teil zwischen fünf und zehn Euro bewegten, ein praktisches Büchlein mit den Bezugsquellen ergattert und meinen Favoriten gekürt: Château Mémoires 2004, Gran Vin de Liquereux, Appelation Lupiac AC - ein Süßwein aus Semillon, Muscadelle und Sauvignon Blanc, leicht ölig, mit großer Eleganz, herrlich zur Entenleber und viel günstiger als die großen Mitbewerber des Sautern (ca. 12 Euro, Bezug über

www.eichelhardt.com). Hatte ich gehofft, den Engelstropfen mit etwas von dem kürzlich bereitgestellten Buffet zu kombinieren - Fehlanzeige! Abgegessen!

Selbst oft in Bordeaux gewesen, kann ich den geschätzten Lesern nur nahe legen, ein paar Tage das ganz besondere Flair dieser Stadt selbst zu erleben und vor Ort einen kurzweiligen Kurs der École du Vin zu besuchen. Jegliche Informationen zu Weinen des Bordeaux gibt es unter www.bordeaux.com.

 

Fazit dieser Probe: Gesundes Vertrauen in den eigenen Geschmack ist bei Weinproben für Jedermann unerlässlich! Großer Tipp: Bei der kommenden Probe in den Deichtorhallen werden Sie nicht allein gelassen...

 

Viel Spaß bei Ihrer persönlichen vinophilen Entdeckungsreise



-Januar 2008-




Churchill's Reserve Port - Labsal nicht nur für Winston und Santa Claus

Festlich geschmückt zeigt sich Hamburg in dieser Zeit, dazu früh einbrechende Dunkelheit, Kerzen, Geruch nach Glühwein, klirrende Kälte...viele hektische Menschen auf der Suche nach Harmonie.

Mein Bedürfnis nach einer Oase der Ruhe finde ich gestillt in dem kleinen, feinen Geschäft von Horst Duske im Hanse-Viertel. Feinste Zigarren, Rum aus aller Welt und eine vortreffliche Auswahl an erlesenem Portwein. Herr Duske, sehr verbindlich und kundig, drückt mir eine Flasche Churchills Reserve Tawny Port in die Hand (14,90 Euro) und wünscht sich eine Rückmeldung. Da mir Winston staatsmännisch sowie mit dem Lebensmotto »no sports« immer schon sympathisch war, öffne ich die Flasche am selben Abend und beschließe, nach Kamin und Bärenfell Ausschau zu halten.

Die Bodega Churchill Graham wurde von Johnny Graham 1981 gegründet, er selber war zuvor Weinmacher bei Cockburn und Taylors. Benannt nach seiner Frau Caroline Churchill, der Enkelin von Winston, erntet die Bodega jedes Jahr Medaillen und Auszeichnungen. Eine der besten Lagen im Douro Tal »Cima Corgo« bietet ausschließlich hochqualitative Trauben, welche handgelesen und in großen Granitbehältern, so genannten Lagares, mit Füßen eingemaischt werden.

Den ersten Schluck genommen eröffnet sich mir die Welt von Porto. Die Augen geschlossen, verstehe ich warum seit Jahrhunderten gerade die Engländer, bekannt für trockenen Humor und leicht unterkühlte Witterung, dieses Elixier lieben. Dazu im Gegensatz diese Weichheit im Gaumen, dieser sanfte Abgang, diese ausbalancierte Süße, Pflaume, sehr dunkle Beerenfrüchte und ein bisserl dieser wärmende Geschmack von Harmonie - ja ist denn schon Weihnachten ????

Diesen Port kann ich mir als Begleiter der klassischen Teatime, zu Käse (Stilton !!!), Schokoladenfondant oder einfach zu erlesenem Salzgebäck vor dem Kamin vorstellen.

Geöffnet sollte der Reserve Port in drei bis vier Wochen genossen und unbedingt auch zu einer Zigarre degustiert werden. Beste Harmonie erzeugt laut Herrn Duske eine Hoyo de Monterrey Epicure No 1, welche sich mit dem Port vermählt durch Eleganz, Feinheit und ausgeprägt herbale Töne (9,50 Euro).

Ein bekannter Kollege von mir hört bei dem Genuss von Portwein immer Fado-Musik und entferntes Hundegebell. Wenn Sie zu Nikolaus ein kleines Gläschen Port vor die Tür stellen, natürlich zusammen mit den sauberst geputzten Stiefeln, bin ich sicher, Sie werden mit Harmonie gesegnet werden - nicht nur an den Festtagen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen bewegende Momente, Harmonie und vinophile Genüsse auch im neuen Jahr



-Dezember 2007-





GASTRO-KRITIK



Für den Hamburg Führer testen Mitglieder des "Goldenen Schlüssels Hamburg e.V."




Weinkritik



Hagen Hoppenstedt